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  Die Pachelbel - Familie
     
Pachelbel, Carl Theodorus   ~ am 24. Nov. 1690 in Stuttgart
am 15. Sept. 1750 in Charleston, South-Carolina
Sohn von Johann Pachelbel  Obwohl nicht in Thüringen geboren, möge er zur Komplettierung mit aufgeführt werden, zumal er ja als Kind einige Jahre mit den Eltern in Gotha gelebt hat. Carl Theodor wanderte 1730 nach Amerika aus, wo er 1733 eine Organistenstelle in Newport (Rhode Island) versah. Am 21. Jan. und 9. März 1736 veranstaltete er die im Hause des New Yorker Weinhändlers Robert Todd auf einem selbstgebauten Harpsichord die ersten in dieser Stadt nachweisbaren Konzerte. Im gleichen Jahr ging er nach Charleston, wo er als Kirchenmusiker wirkte. Am 22. Nov. 1737 gab er in Charleston ein Konzert mit Vokal- und Instrumentalmusik, wiederum das erste seiner Art in diesem Bundesstaat.. Im Mai 1749 zeigte er die Eröffnung einer „Singing School“ an, die er für junge Damen zweimal wöchentlich abzuhalten ankündigte.
Bald darauf endigte eine Lähmung der Hände sein musikalisches Wirken.
Charles Theodor Pachelbel spielte für das frühe amerikanische Musikleben eine beachtliche Rolle. Von seinen Werken ist leider nur ein Magnificat a 8 Voci con Continuo ex C erhalten geblieben, das jedoch noch in Deutschland komponiert wurde.
     
Pachelbel, Johann    * am 01. Sept. 1653 in Nürnberg
am 3. März 1706 in Nürnberg
Erste musikalische Unterweisungen erhielt er in Nürnberg beim Stadtmusikdirektor Schwemmer und bei G. K. Wecker. „In Ansehung seiner herrlichen Eigenschafften“ wurde er 1670 als Alumnus im Regensburger Gymnasium Poeticum aufgenommen.  Vermutlich um 1673 ging er nach Wien, wo er als Hilfsorganist an St. Stephan wirkte. 1677 erhielt er die Berufung als Hoforganist in Eisenach. Hier war er mit Joh. Seb. Bachs Vater, Ambrosius, freundschaftlich verbunden und ist als Pate seiner Tochter Johanna Juditha verzeichnet.
1678 wechselte Pachelbel  in das Organistenamt der Predigerkirche nach Erfurt, das er bis 1690 versah. Mit einem „Attest seines Wohlverhaltens“ durch die Erfurter Kirchenbehörde nahm er in diesem Jahr die Stelle des Hof-Musicus und Organisten in Stuttgart an. Um einer bevorstehenden franz. Invasion auszuweichen wechselte er bereits 1692 wieder in seine Geburtsstadt Nürnberg um aber bereits am 8. Nov. des gleichen Jahres die Stelle des Stadtorganisten in Gotha anzutreten. 1695 wechselte er letztmalig seine Stellung und trat das Organistenamt an der St. Sebalduskirche in seiner Vaterstadt Nürnberg an. Zu seinen zahlreichen bedeutenden Schülern gehörten in Thüringen: Joh. Michael Bach (Gehren), Joh. Christoph Bach, J. V. Eckelt (Org. in Sondershausen), A. N. Vetter, J. H. Buttstett, J. C. Rosenbusch und Joh. Chr. Zahn (Org. in Hildburghausen).
     
Pachelbel, Wilhelm Hieronymus    * am 29. Aug. 1686 in Erfurt
1764 in Nürnberg
Sohn von Johann Pachelbel, der ihn im Klavierspiel und in der Komposition unterwies. Am 2. Sept. 1700 erhielt er vom Nürnberger Rat ein Geschenk von 10 Gulden „wegen seiner schon erlangten Fertigkeit im Klavierschlagen“. Nach erstem Organistendienst in der Vorstadtkirche Wöhrd wurde er 1706 Organist an der Nürnberger Jakobskirche und noch im gleichen Jahr an St. Egidien. Ab 1719 bis zu seinem Tode bekleidete er das angesehenste Nürnberger Musikeramt als St. Sebaldus-Organist.
     
Peter (Petraeus), Christoph   * 1626 in Weida
am 04. Dez. 1689 in Weida
Nachrichten zu seinen Lebensdaten liegen nur spärlich vor. Er war Lehrer und Kantor in Großenhain / Sa.
Ab 1642 oder 1643 ist er „Sangmeister“  an der Hauptkirche zu Guben und erhielt dort am 26. Jan. 1656 „zur Erweckung ferneren Fleißes in seinem Berufe kostenfrei“ das Bürgerrecht.
     
Peter, Christoph   * 1953 in Eisenach
Sohn von Herbert Peter; Landessingwart der Ev.-Luth. Kirche in Thüringen.
     
Peter, Herbert   * 1926 in Weimar
Studium an der Hochschule für Musik in Weimar; Kirchenmusiker in Bad Berka und Eisenach;
von 1961-91 Thüringer Landeskirchenmusikdirektor; von 1961-88 Direktor der Thüringer Kirchenmusikschule in Eisenach.
     
Petit, J. Chr.   * unbekannt
unbekannt
Als Geiger der Eisenacher Hofkapelle vor 1743 benannt.
     
Petzold, Johannes   * am 24. Okt. 1912 in Plauen
am 19. Mai 1985 in Eisenach
Nach dem Abitur studierte Petzold in Leipzig Pädagogik mit dem Hauptfach Musik. In der kirchlichen Singbewegung bekam er Kontakt zu Alfred Stier und Hugo Distler. Dies schlug sich im Thema seiner Abschlussarbeit nieder: „Die Bedeutung der Singbewegung und ihre Anwendung auf Musikerziehung und Musikpflege in der Volksschule“. 
In den Folgejahren war er als Volksschullehrer in verschiedenen Orten des Vogtlandes tätig. Während dieser Zeit begann er zu komponieren. Auf Grund von Texten zeitgenössischer Autoren entstanden zahlreiche Chorlieder, von denen einige bis heute gesungen werden. Seine Vertonung von Jochen Kleppers Weihnachtslied „Die Nacht ist vorgedrungen“ (1938) ist das Bekannteste unter seinen Kirchenliedern geworden. Im März 1940 wurde er zum Wehrdienst einberufen, aber bereits im November dessel-ben Jahres in ein Tbc-Lazarett eingewiesen. 
Die nächsten Jahre wurden von der Krankheit bestimmt. Das hinderte ihn aber nicht am Komponieren. So entstand der Kanon „Der hat sein Leben am besten verbracht“ im August 1946 während eines Erholungsaufenthaltes in Gohrisch (Sächsische Schweiz). 
Über Hermannsdorf im Erzgebirge und Probstzella in Thüringen kam Petzold 1952 nach Bad Berka, wo er wieder eine Festanstellung eingehen konnte. Die Nähe zu Weimar ermöglichte es ihm, sich als Gaststudent in den Fächern Orgel (Köbler) und Komposition (Cilensek) weiter zu bilden. 
Im Jahre 1961 erhielt er die Berufung an die Thüringer Kirchenmusikschule in Eisenach als Dozent für Tonsatz, Musikgeschichte und Gehörbildung. Hier wirkte er, zeitweilig auch als Landessingwart, bis zu seiner Pensionierung 1977. 
Sein Werk von über tausend Titeln umfasst etwa 340 Chorlieder und Melodien, 260 Chorsätze zu anderen Melodien, 355 Orgel-, Bläser- und andere Instrumentalsätze, 120 Motetten und Psalmsprüche, 58 Kanons, mehr als 40 Sololieder und 18 Kantaten. Davon ist einiges noch nicht veröffentlicht. Viele seiner Kompositionen finden sich heute in Gesangbüchern und Liedblattreihen über den deutschsprachigen Raum hinaus verstreut bis nach Japan und den USA.
Notenbeispiele: Der hat sein Leben am besten verbracht  (Kanon)
                        Das Mondschaf
www.johannespetzold.klingendekette.de
     
Pfeiffer, Johann    * am 01. Jan. 1697 in Nürnberg
1761  in ?
Pfeiffer erhielt Violinunterricht in seiner Heimatstadt und studierte später in Halle und Leipzig. Nach nur halbjähriger Tätigkeit beim Grafen Reuß zu Schleiz trat er 1720 als Violinist in den Dienst des Herzogs von Weimar. Dort wurde er 1726 Konzertmeister und begleitete den Herzog 1729/30 auf einer Reise durch Holland und Frankreich.  1734 wurde er Kapellmeister in Bayreuth. Hier verheiratete er sich mit einer Tochter des Ratsherren Hagen. Ein Sterbeeintrag in den Bayreuther Kirchenbüchern ist jedoch nicht zu finden.
     
Pinkart, Christoph   * unbekannt
1725 in Jena ?
Als Kantor in Jena benannt.
     
Pohlig, Karl   * 1864 in ?
1928 in ?
Als Hofkapellmeister des Herzogtums Sachsen-Coburg-Gotha genannt.
Kompositionen ?
     
Poppen, Hermann Meinhard   * am 01. Jan. 1885 in Heidelberg
am 10. Apr. 1956 in Heidelberg
Zunächst studierte Poppen Theologie in Berlin, Kiel und Heidelberg. Nach dem ersten theologischen Examen wandte er sich der Musik zu und studierte bei Philipp Wolfrum in Heidelberg, dessen Assistent er 1908 wurde. 1914 folgte er einer Berufung  als MD in der Nachfolge von Fritz Stein nach Jena. Hier hatte er auch engen Kontakt zu Max Reger, bei dem er schon 1911 in Meiningen studiert hatte. Nach dem 1. Weltkrieg wurde er 1918 Leiter des Karlsruher Hofkirchenchores und 1919 erster badischer Landeskirchen-MD. Ebenfalls ab 1919 wirkte er in Heidelberg in der Nachfolge Wolfrums als Univ.-MD und Dirigent des Bachvereins.
1925 wurde er zum Prof. und 1931 zum Direktor des auf seine Initiative gegründeten Kirchenmusikalischen Instituts ernannt.
     
Praetorius, Hieronymus   * am 10. Aug. 1560 in Hamburg
am 27. Jan. 1629 in Hamburg
Wurde zunächst von seinem Vater Jacob Praetorius in Hamburg unterrichtet und setzte seine Ausbildung in Köln fort. 1580 erhielt er eine Berufung als Stadtkantor nach Erfurt, kehrte aber zwei Jahre später nach Hamburg zurück und übernahm nach dem Tode seines Vaters das Organistenamt an der Jakobskirche. Er gehörte zu den angesehensten Musikern Hamburgs und wurde noch zu Lebzeiten mit einer Gesamtausgabe seines Werkes geehrt.
     
Praetorius, Michael    * am 15. Febr. 1571 (?) in Creuzburg a. d. Werra (Datum gilt als nicht gesichert)
am 15. Febr. 1621 in Wolfenbüttel
Nach der bereits zweiten Vertreibung seines Vaters aus dem Creuzburger Pfarramt (als orthodoxer Lutheraner war er den nach Luthers Tode aufflammenden theologischen Streitigkeiten ausgesetzt) besuchte Michael die Lateinschule in Torgau.  Bereits 1583 wurde er trotz seines jugendlichen Alters als „Nonjuratus“  in die Matrikel der Universität Frankfurt / Oder aufgenommen, vermutlich auf Veranlassung seines älteren Bruders Andreas, der als Univ.-Prof. und Pfarrherr an der Marienkirche daselbst über reichlich Einfluss verfügte. Jedoch besuchte er zwischenzeitlich noch die Schule in Zerbst, wo zwei seiner Schwestern wohnten. Etwa in der ersten Hälfte des Jahres 1585 nahm er an der Viadrina (Frankfurt/O.) das Philosophie- und Theologiestudium auf. Infolge des frühen Todes seines Bruders Andreas (auch der zweite in Frankfurt ansässige Bruder Johannes war zuvor schon 1585 verstorben) trug man ihm 1587, da nun mittellos und ohne Unterstützung, das Amt des Organisten an der
Univ.- und  Pfarrkirche St. Marien an, welches er nach eigenem Bekunden drei Jahre lang ausübte und dabei sein Studium fortsetzte.  1589 wurde er Organist des Bischofs Julius Heinrich in Halberstadt und ging mit diesem, als er Herzog wurde, 1694 als Hofkapellmeister nach Wolfenbüttel.
Nach dem Tode von Julius Heinrich im Jahre 1613, erbat sich der sächs. Kurfürst Johann Georg  während des Wolfenbütteler Trauerjahres die Dienste Michael Praetorius’, so dass dieser für einige Jahre nach Dresden übersiedelte. Neben seiner Dresdner Tätigkeit als Kapellmeister „von Haus aus“  führte er das rastlose Leben eines von Ort zu Ort reisenden Beraters und Organisators in musicis. Z. B. reorganisierte er Anfang 1617 die Kapelle des Grafen von Schwarzburg in Sondershausen. Als Praetorius, schon von Krankheit gezeichnet, endgültig nach Wolfenbüttel zurückkehrte, wurde seine Bestallung zu Trinitatis 1620 nicht mehr verlängert.
In Erwartung des Todes komponierte er noch sich „selbsten zum Valete“ für Großmanns Sammlung „Angst der Hellen“ den 116. Psalm.  Als Praetorius 1621 starb, hinterließ er ein nicht unbeträchtliches Vermögen, das er zu einem großen Teile in eine wohltätige Stiftung für Arme umwandelte.
Mit seinen Syntagma Musicum, die er nicht gänzlich vollenden konnte, hinterließ er ein umfassendes Werk des musikalischen Wissens seiner Zeit.
     
Prieß, Ulf   * am 01. März 1973 in Meiningen
Ulf Prieß besuchte die Max-Reger-Musikschule in Meiningen, wo
er Unterricht in den Fächern Fagott und Komposition nahm. Be-
ruflich ist er als Elektriker tätig.
Erste Erfahrungen mit der Chorleitung sammelte er in seiner
Neuapostolischen Kirchgemeinde in Meiningen. In seinem Wohnort
Westhausen im Heldburger Unterland gründete er 2001 einen
gemischten Chor. In seiner intensiven nebenberuflichen Kom-
positionsarbeit liegt der Schwerpunkt auf der Chormusik.
Ausführlichere Informationen unter:
http://www.composer-ulf.de
 
Quehl (Kehl), H. F.   * unbekannt
in Suhl ?
Als Kompositionslehrer des Johann Peter Kellner (1705-72) in Suhl benannt.
     
Quitschreiber, Georg   * am 30. Dez. 1569 in Kranichfeld
1638 in Magdala
1594 wird er als Stadtkantor nach Rudolstadt berufen., 1598 Schulkantor in Jena.
1614 wechselte er in eine Pfarrstelle in Hainichen/Sa. und in Stiebritz. Letztlich wurde er Pfarrer in Ottstedt,
Maina und Magdala.
 
Raabe, Peter   * am 27. Nov. 1872 in Frankfurt/Oder
am 12. Apr. 1945 in Weimar
Studium an der Musikhochschule in Berlin, in München und Jena; Dirigentenverpflichtungen in Königsberg, Zwickau, Elberfeld, München, Mannheim und gastweise in vielen Städten im Ausland. Von 1907-20 war Raabe 1. Hofkapellmeister in Weimar, von 1920-34 städt. GMD in Aachen; von 1935-45 Präsident der Reichsmusikkammer. Neben seiner Dirigententätigkeit schrieb er vorwiegend zu musikgeschichtlichen und musikwissenschaftlichen Themen. Kompositorisch sind Klavierstücke und Lieder entstanden.
     
Rabich, Ernst   * 1856 in ?
unbekannt
Als Gründer des Gothaer Kirchengesangsvereins (1884) genannt.
     
Raff, Joseph Joachim   * am 27. Mai 1822 in Lachen am Züricher See
am 04. Juni 1882 in Frankfurt/Main
Nach dem Gymnasialbesuch wurde er, da die Mittel für ein Studium nicht reichten, zunächst Lehrer in Rapperswyl bis 1844. Nach musikalischen Selbststudien sandte er seine ersten Kompositionen an Mendelssohn, der eine Veröffentlichung bei Breitkopf & Härtel erwirken konnte. 1845 kam es zu einer Begegnung mit Liszt, der ihn mit nach Deutschland nahm und ihn in väterlicher Weise betreute. Nach einer Zwischenstation in Köln ließ er sich in Stuttgart nieder, wo er mit Bülow bekannt wurde. 1850 nahm er die Stelle eines persönlichen Sekretärs bei Liszt in Weimar an, die er gewissenhaft und aufopferungsvoll wahrnahm. (Bülow: er „opferte Liszt sein halbes Leben“) 1856 gab er diese Stellung auf, weil er „stetsfort eine untergeordnete Rolle zu spielen“ hatte und „der Druck, den Liszt freiwillig und unfreiwillig auf meine Persönlichkeit ausüben muß, unerträglich“ wurde.
1859 verheiratete er sich in Wiesbaden mit der Schauspielerin D. Genast und entfaltete ein überaus eifriges Schaffen, das ihn in den 1870-er Jahren zu einem der meistgespielten Komponisten - auch im Ausland - machte. 
1877 übernahm er die Direktion des Frankfurter Konservatoriums, das unter seiner Leitung und durch die Verpflichtung erster Kräfte zu hoher Blüte gelangte.
     
Ramann, Bruno   * am 17. Apr. 1832 in Erfurt
am 13. März 1897 in Dresden
Schüler von Moritz Hauptmann; lebt ab 1871 als gesuchter Musik-, insbesondere Gesangslehrer in Dresden. 
Als Komponist folgte er dem Schumann’schen Vorbild. (84 Werke für Klavier und Gesang werden genannt.)
     
Ramann, Lina   * am 24. Juni 1833 in Mainstockheim
am 30. März 1912 in München
Nach kurzer Lehrtätigkeit in Gera ging sie für einige Jahre nach Amerika. 1858 gründete sie in Glückstadt eine Musikschule, die sie 1864 nach Nürnberg verlegte. 1890 verzog sie nach München. 
Lina Ramann ist als Klavierpädagogin und Schriftstellerin hervorgetreten.
Kompositionen ?
     
Raphael, Günter   * am 30. Apr. 1903 in Berlin
am 19. Okt. 1960 in Herford
Raphaels Vater Georg war Kantor in Berlin, sein Großvater Albert Becker, Leiter des Berliner Domchores; Studium an der Berliner Musikhochschule. Von großer Bedeutung für sein nachfolgendes Chorwerk war ein Studienaufenthalt bei Arnold Mendelssohn in Darmstadt im Sommer 1925. Von 1926-34 war er Lehrer für Musikt-heorie und Komposition am Leipziger Konservatorium und am kirchenmusikalischen Institut. Auf Grund der rassischen Verfolgung durch die Nazis musste er sich aus dem öffentlichen Leben zurückziehen und lebt bis 1944 in Meiningen, von 1945-49 in Laubach/Hessen. 1948 wurde ihm in Weimar der Liszt-Preis für Komposition verliehen. Von 1949-53 war er Lehrer für Komposition und Musiktheorie in Duisburg, ab 1957 bis zu seinem Tode Professor an der Musikhochschule in Köln.
     
Rebhun, Paul 
(auch Raphuhn, Rebhuhn, Rephun, lat.: Perdix) 
  * um 1500 wahrsch. in Waidhofen a. d. Ips 
nach dem 10. Mai 1546 in Ölsnitz  a. d. Saale ?
Soll als Hausgenosse Luthers und Freund Melanchthons ein Studium in Wittenberg absolviert haben (bisher nicht nachweisbar?). Von 1526-29 Kantor an St. Marien und Lehrer an der Lateinschule in Zwickau, danach Rektor der Schule in Kahla, wo seine 1534 verfasste Susanna (mit Chorsätzen durchsetztes biblisches Drama) im folgenden Jahre erstmals aufgeführt wurde. Vermutlich ab 1535 bis 1538 wieder in Zwickau als Konrektor des Gymnasiums. 
Ab 1542 auf Empfehlung Luthers Pfarrer und Superintendent in Ölsnitz (an der Saale?).
     
Reger, Johann Baptist Joseph Max(imilian)   * am 19. März 1873 in Brand/Oberpfalz
am 11. Mai 1916 in Leipzig
Bereits ein Jahr nach seiner Geburt wurde der Vater als Lehrer nach Weiden versetzt, wo Reger die Schule absolvierte und seine ersten musikalischen Unterweisungen (zunächst bei der Mutter, danach bei dem Organisten A. Lindner) erhielt. Letzterer sandte Regers Ouvertüre h-moll, die er mit 15 Jahren gleich in Reinschrift niederschrieb, an Hugo Riemann nach Sondershausen, welcher dessen außergewöhnliche musikalische Begabung sofort erkannte.
1890 wurde Reger Riemanns Schüler in Sondershausen und später in Wiesbaden, wo er auch selbst schon Lehrer für Klavier, MTh und Orgel am Freudenberg’schen  Konservatorium wurde. Nach dem Militärdienst kehrte er 1898 krank ins Elternhaus zurück (Sturm- und Trankzeit). 1901 übersiedelte er mit den Eltern nach München, heiratete 1902 und wurde 1905 als Lehrer für Orgel und Komposition an die königliche Akademie der Tonkunst berufen. Zwei Jahre später folgte er einem Ruf (durch Straube befördert) nach Leipzig, wo er Lehrer für Komposition am Konservatorium und 1909 zusätzlich Universitäts-MD wurde. Als Pianist, Organist und Komponist in Deutschland und Europa anerkannt, wurde er 1911 Hofkapellmeister in Meiningen und erhielt durch dieses Amt die Anregung zu verstärktem sinfonischen Schaffen. („Vier Tondichtungen nach A. Böcklin, „Mozart-Variationen“/ der Meininger Hofkapelle gewidmet). Nach dem Tode Georgs des II. („Theaterherzog“) gab er diese Stelle am 1. Juli 1914 auf und verzog nach Jena, von wo aus er seine Lehrtätigkeit in Leipzig und sein rastloses Gastspielleben bis zu seinem Tode (in einem Leipziger Hotel) fortsetzte.
Die Meininger Musikschule trägt seit 1966 Regers Namen.
     
Reichardt, ?   * unbekannt
unbekannt
Organist oder Kantor in Erfurt um 1800.
     
Reichardt, H. Ernst   * unbekannt
unbekannt
Als Universitäts-Musikdirektor in Jena  zwischen 1817-37 genannt. Ob er mit dem vorgenannten Erfurter Organisten identisch sein kann, muss zunächst offen bleiben.
     
Rein (Rain), Conrad   * um 1475 in Arnstadt
1522 oder später in Erfurt
Über Reins Leben ist wenig bekannt. 1502 wurde er Schulmeister an der Hl. Geist-Spitalschule in Nürnberg.
Zu seinen Schülern zählte auch Hans Sachs. 1507 las er seine erste Messe, 1515 gab er die Nürnberger Ämter auf und zog vermutlich von da nach Erfurt. Die weiteren Lebensdaten sind noch wenig erschlossen.
Offensichtlich war er kein nur gelegentlich komponierender Kleinmeister.
     
Rein, Walter   * am 10. Dez. 1893 in Stotternheim bei Erfurt
am 18. Juni 1955 in  Berlin
Rein ergriff zunächst den Lehrerberuf und studierte ab 1920 Musik. (u. a. Komposition bei E. Lendvai und R. Wetz) Ab 1925 war er wieder als Lehrer in Weimar tätig, daneben auch Dozent, Dirigent und Organisator der Thüringer Musikantengilde. Ab 1930 wirkte er an den Päd. Akademien in Kassel, Frankfurt und Weilburg, seit 1935 an der Akademie für Kirchen- und Schulmusik in Berlin, nach 1945 ebenda als freischaffender Künstler.
     
Reinhard, ?   * unbekannt
unbekannt
Organist oder Kantor in Erfurt um 1800. (Möglicherweise eine Verwechslung mit Reichardt?)
     
Reinmann,   * unbekannt
unbekannt
Kapelldirektor in Saalfeld; um 1717 als Lehrer von Johann Schneider benannt.
     
Reinthaler, Karl Martin   * am 13. Okt. 1822 in Erfurt
am 13. Febr. 1896 in Bremen
Sohn des Pädagogen Karl C. W. Reinthaler. Nach Ablegung des theologischen Examens in Berlin studierte er ebenda Musik. 1849 erhielt er ein kgl. Stipendium für einen dreijährigen Studienaufenthalt in Paris und Italien. 1853-57 übte er eine Lehrtätigkeit am Kölner Konservatorium aus und wurde danach zum Domorganisten, Dirigenten der Singakademie und der Privatkonzerte in Bremen berufen. 1882 wurde er Mitglied der Berliner Akademie, 1888 Professor. Reinthaler wurde für sein Eintreten für Brahms bekannt und schloss mit ihm eine enge Freundschaft. 1868 führte er dessen Requiem auf.
     
Reisenauer, Alfred   * am 01. Nov. 1863 in Königsberg
am 03. Okt. 1907 in  Libau
Frühzeitig zur musikalischen Ausbildung geführt, den ersten Unterricht erhielt er bei seiner Mutter, soll er schon mit fünf Jahren komponiert haben. Als Zwölfjähriger wurde er Liszt in Weimar vorgestellt, der ihn fortan unterrichtete und ihn „ein Genie ganz nach meinem Sinn“ nannte. Nach erfolgreichen Gastspielen in Deutschland – 1884 unterrichtete er auch am Sondershausener Konservatorium – unternahm er eine 10-jährige Konzerttournee durch Russland, die ihn auch nach Sibirien und bis nach China führte. Von einer Lähmung genesen leitete er höchst erfolgreich am Leipziger Konservatorium eine Meisterklasse. In aller Welt enthusiastisch gefeiert - die Zahl seiner Konzerte lag über 2000 - starb er auf einer neuerlichen Russlandtournee.
     
Rembt (Rempt, Remd) Johann Ernst   ~ am 27. Aug. 1749 in Suhl
am 26. Febr. 1810 in Suhl
Sohn eines Küsters und Lehrers, Schüler von Johann Peter Kellner, bereiste 1768 Holland und Frankreich.
1772 wurde er Organist an der Kreuzkirche seiner Heimatstadt und ein Jahr später desgleichen an der Hauptkirche, welches mit dem Amte des 6. Schullehrers verbunden war. Er widmete sich der Sammlung von Werken älterer Orgelmeister, speziell von J. S. Bach. Zugleich komponierte er selbst für die Orgel.
     
Rener(us) Leodiensis, Adam   * um 1485 in Lüttich   (Leodiensis)
um 1520 in Altenburg
Rener gehörte bereits 1498 als Diskantist der Hofkapelle Kaiser Maximilians an. Bei Eintritt des Stimmwechsels wurde ihm (1500) gestattet, „ad studium in Burgundi zu reyten“.
Ab 1503 gehörte er wieder der kaiserlichen Kapelle an. 1507 folgte er dem Ruf des sächsischen Kurfürsten Friedrich des Weisen. Unter Reners Einfluss entwickelte sich die sächs. Hofkapelle (Altenburg-Weimar) zu einem leistungsfähigen Ensemble seiner Zeit.
     
Reuß, Heinrich der IV.,  Fürst von   * am ?
am ?
Siehe nachstehende Bemerkung zu seinem Sohne.
     
Reuß, Heinrich der XXIV., Fürst von   * am 08. Dez. 1855 in Trebschen (Brandenburg)
am 02. Okt. 1910 auf Schloss Ernstbrunn (Niederösterr.)
Der der jüngeren Reuß’schen Linie (Reuß-Köstritz) entstammende Fürstensohn stand von frühester Jugend an unter dem Eindruck einer starken künstlerischen Atmosphäre seines Elternhauses. Von seinem Vater, Fürst Heinrich dem IV. , der selbst komponierender Musikliebhaber war, erhielt er seinen ersten Unterricht im Klavier-, Orgel- und Generalbassspiel.
Ab 1880  studierte er in Leipzig bei Wilhelm Rust und ab 1881 bei Herzogenberg, mit dem ihn ein freundschaftliches Verhältnis verband.  Der Bekanntschaft mit Brahms verdankte er wertvolle Hinweise, die ihm „oft in
10 Minuten mehr beibrachte(n), als es Herzogenberg in Monaten gelungen war“. Nach seiner juristischen Promotion 1883 lebte er ganz dem kompositorischen Schaffen und trat später auch als Dirigent in Deutschland und Österreich auf.
     
Reuter, Eike   * 1938 in Magdeburg
1956-61 Studium an der Kirchenmusikschule Halle/S. u. a. bei Eberhard Wenzel (Komposition) und Johannes Schäfer (Orgel).
1962-75 Kirchenmusiker und Kirchenmusikdirektor in Nordhausen mit dem Schwerpunkt auf der Chor- und Kinderchorarbeit.
Seit 1975 Kirchenmusikdirektor an der Stadtkirche St. Michael in Jena.
Regelmäßige Aufführung von Konzerten und Oratorien in Jena und Konzerttätigkeit in anderen Orten.
1985-91 Lehrauftrag für Orgel und Improvisation an der Hochschule für Kirchenmusik in Halle.
1991 Berufung zum Landeskirchenmusikdirektor der Evangelisch - Lutherischen Kirche in Thüringen.
Kompositionen für Chor, Posaunenchor, Konzerte für Trompete, Alphorn und Posaune in Verbindung mit Orgel.
     
Reuter, Thomas   * in Meiningen
Daten liegen noch nicht vor.
     
Rhau, Georg (Jörg)
(auch Rau, Rhaw, Raw, Hirsutus)
  * 1488 in Eisfeld
am 06. Aug. 1548 in Wittenberg
1508 an der Universität Erfurt, 1512 in Wittenberg eingeschrieben, wo er im Juni 1514 zum Baccalaureus in artibus promovierte. 1518 Assessor an der artistischen Fakultät der Universität Leipzig und etwa zur gleichen Zeit zum Thomaskantor bestallt. Anlässlich der Leipziger Disputation von 1519 führte er eine vermutlich von ihm selbst komponierte 12-stimmige Messe auf. Kurz darauf muss er als Anhänger der Reformation Leipzig verlassen.
1520-22 ist er als Schulmeister in Eisfeld und Hildburghausen nachgewiesen.  Ab etwa 1523 lebte er bis zu seinem Tode als Drucker und Verleger, seit 1541 als Ratsherr in Wittenberg.  Sein umfangreiches Verlagswerk im Dienste der ev.-luth. Kirchenmusik ragt als geniale Leistung in seiner Zeit heraus.
     
Riem, Wilhelm Friedrich   * am 17. Dez. 1779 in Kölleda
am 20. Apr. 1859 in Bremen
Nach dem Besuch der Leipziger Thomasschule studierte er zunächst Jura, ging aber dann zur Musik über, die sich bei ihm schon früh als starke Begabung gezeigt hatte. Nach zunächst autodidaktischer Ausbildung wurde er für vier Jahre Schüler Adam Hillers und machte sich ab 1804 erfolgreich als Pianist und Komponist bekannt. 1807 erhielt er eine Anstellung als Organist an der reformierten Kirche in Leipzig. 1814 folgte er einer Berufung als Domorganist nach Bremen, wo er noch im gleichen Jahr die Singakademie gründete. In den zwanziger Jahren leitete er die Privatkonzerte und wurde 1832 auch MD des Städtischen Orchesters.
     
Riemann, Karl Wilhelm Julius Hugo   * am 18. Juli 1849 in Großmehlra bei Sondershausen
am 10. Juli 1919 in Leipzig
Sohn des Oberamtmannes und Rittergutsbesitzers Robert Riemann (1824-96), eines komponierenden Musikliebhabers, dessen Werke in Sondershausen  zur Aufführung gelangten.
Nach dem Abitur in Arnstadt studierte er in Berlin Jura, Germanistik und Geschichte, 1869 auch Philosophie in Tübingen. Nach der Teilnahme am deutsch-französischen Krieg 1870/71 wandte er sich ganz der Musik und Musikwissenschaft zu und studierte am Leipziger Konservatorium, wo er sich als Pianist ausbilden ließ. Nach seiner Promotion in Göttingen wirkte er als Dirigent und Klavierlehrer in Bielefeld. 1880 ist er Dirigent der gem. Chor-Vereinigung in Bromberg, von 1881-90 Lehrer für Komposition und Klavierspiel am Konservatorium in Hamburg. Nach einer kurzen Tätigkeit in Sondershausen, wo Reger sein Schüler wurde, wechselte er zusammen mit ihm ans Konservatorium nach Wiesbaden. 1885 wurde er an die Universität nach Leipzig berufen, wo er 1901 zum Professor ernannt wurde. 1914 wurde er Direktor des von ihm gegründeten Forschungsinstitutes für Musikwissenschaft. In Leipzig wirkte er bis zu seinem Tode als eine der führenden Persönlichkeiten des deutschen und europäischen Musiklebens.
     
Riemann, Robert   * 1824 in ?
1896 in Großmehlra oder Sondershausen ?
Vater von Hugo Riemann. Siehe vorstehenden Beitrag.
     
Riemer, Christoph   * 1560 in Danzig
unbekannt
Lehrte einige Jahre in Jena.
     
Riethmüller, Helmut    * am 16. Mai 1912 in Köln
am 28. Febr. 1966 in Samaden / Schweiz
Studierte in Köln, Wien und Debrecen (Ungarn) Musikwissenschaft, Klavier und Komposition und war als Pianist und Dirigent vielseitig tätig; Begründer des Rheinischen Kammerorchesters. 1937-40  musikalischer Leiter des Kölner Rundfunks, ab 1940 Leiter des Musiklektorats am Berliner Rundfunk. 1947-59 Professor für Komposition und MTh an der Musikhochschule Weimar. Vorstandsmitglied des Verbandes deutscher Komponisten und Musikwissenschaftler im Arbeitskreis Thüringen. Wurde 1959 Leiter der Hauptabteilung Musik des Bayerischen Rundfunks, ab 1963 Musikbeauftragter des Fernsehfunks des Bayerischen Rundfunks.
     
Rinck, Johann Christian Heinrich    * am 18. Febr. 1777 in Elgersburg
am 07. Aug. 1846 in Darmstadt
Erste musikalische Unterweisungen erhielt er von seinem, einer weit verzweigten Thür. Lehrerfamilie entstammenden, Vater. Weitere Lehrer waren die Kantoren (bzw. Organisten) Abicht in Angelroda, Joh. A. Junghanß in Arnstadt und H. Chr. Kirchner in Bücheloh, von dem Rinck in seiner Selbstbiografie berichtet: „ ... dessen wolthätigen Einfluß auf meine Bildung ich hier öffentl. anerkennen muß.“ Sein wichtigster Lehrer jedoch war der Bachschüler Joh. Chr. Kittel in Erfurt. In Erfurt trat Rinck in Häßlers Konzerten als Solist auf und vertrat Kittel an der Orgel. 1790 erhielt er eine Anstellung in Gießen, wo er als Organist und Gesangslehrer an der Knabenschule tätig war.  Sein zunächst kärgliches Gehalt wurde schon bald aufgebessert, so dass er 1793 heiraten konnte. 1805 wurde er in Gießen MD, folgte jedoch noch im gleichen Jahr - als Solist und Komponist mittlerweile allgemein anerkannt - einem Ruf als Stadtkantor und Organist nach Darmstadt.  Hinzu kamen Verpflichtungen als Geiger an der Hofkapelle, als Musiklehrer an der Stadtschule und am Pädagogicum, als Examinator und Orgelsachverständiger. 1813 wurde er Hoforganist. Hochgeachtet und in wachsendem Wohlstand lebend trat er 1843 von seinen Ämtern zurück.
     
Ringk, Johannes   * 1717 in Frankenhain bei Gräfenroda
1778 in Berlin
 Schüler von Johann Peter Kellner in Gräfenroda und Gottfried Heinrich Stölzel in Gotha.
1740 wird Ringk Musiklehrer in Berlin. Gerühmt wurde sein ausgezeichnetes Orgelspiel, insbeson-dere seine Improvisationsgabe.
(Kompositionen für Orgel, Konzerte, auch Opern werden vermutet.)
     
Rinkens, Wilhelm   * am 15. Juni 1879 in Röhe b. Eschweiler
am 22. Juni 1933 in Eisenach
Unterricht bei L. Pütz in Aachen, den er bereits mit elf Jahren an der Orgel vertrat wie seinen späteren Lehrer am Kölner Konservatorium, F. W. Franke – Organist am Gürzenich und an der Christuskirche. Kompositionsstudien betrieb er bei M. Pauers und O. Neitzel. Seine ausgesprochene musikalische Naturbegabung erlaubte es ihm, ohne spezielle dirigentische Ausbildung 1905 das Amt des MD in Recklinghausen zu übernehmen. Ein Jahr später wurde er Leiter des Musikvereins, Seminarlehrer, Hofkantor und Organist in Eisenach. Hier dirigierte er, wie auch später in Erfurt und Mühlhausen, einen Männerchor. 1922 verlieh ihm die Thüringer Landesregierung den Professorentitel. Ab 1924 war er unter Beibehaltung seines Eisenacher Wohnsitzes Lehrer für Komposition und Musiktheorie am Erfurter Konservatorium. 1926 wählte ihn der Thüringer Sängerbund zum Bundes-Chormeister. 
Er starb unerwartet an einem Herzschlag.
     
Riotte, Philipp Jakob   * am 16. Aug. 1776 in St. Wendel /Saar
am 20. Aug. 1856 in Wien
Nach Studien in Frankfurt/M. und in Offenbach (A. André) wurde er 1805 Theaterkapellmeister in Gotha. Jedoch wechselte er schon ein Jahr später nach Danzig und 1807 nach Magdeburg. Ab 1808 lebte und wirkte er in Wien, wo er zunächst am Kärntnertortheater und ab 1818 als Dirigent am Theater an der Wien tätig war.
     
Ritter, Alexander   * am 07. Juni 1833 in Narwa /Estland
am 12. April 1896 in München
Einer deutschen Kaufmannsfamilie entstammend übersiedelte er 1841 nach Dresden, wo er Violinunterricht bei Franz Schubert (vgl. Verwechslung  bei Schuberts Verlagsanfrage mit dem „Erlkönig“) erhielt.  Von 1849-51 setzte er seine musikalischen Studien am Leipziger Konservatorium u. a, bei F. David fort. 1854 verschaffte ihm Liszt die 2. Konzertmeisterstelle in Weimar.  Nach einem zweijährigen Aufenthalt in Stettin siedelte 1863 nach Würzburg über, wo er - in materieller Bedrängnis lebend - sich verstärkt der Komposition widmete. Die Gründung einer Musikalienhandlung 1875 erwies sich als Fehlschlag. 1882 berief ihn Bülow in die Meininger Hofkapelle, wo er auch mit dem jungen Richard Strauss bekannt wurde und auf dessen schöpferische Entwicklung er entscheidenden Einfluss gewann, indem er ihn zum Neudeutschen Stil bekehrte. 1886 folgte er Strauss nach München, wo er ausschließlich schöpferisch tätig war und im Kreise der Münchner Schule stand. Seit 1854 war er mit der Sängerin Franziska Wagner verheiratet, einer Nichte von Richard Wagner.
     
Ritter, August Friedrich   * am 25. Aug. 1811 in Erfurt
am 26. Aug. 1885 in Magdeburg
Ausbildung in Erfurt bei A. Ketschau und bei M. G. Fischer am Seminar. Später war er auch Privatschüler von J. N. Hummel in Weimar. 1830 wurde Ritter Lehrer in Erfurt, 1831 Organist an St. Andreas und im gleichen Jahr Lehrer an der Augustiner- und Andreasschule. 1834 erhielt er ein halbes Jahr Studienurlaub in Berlin und unterrichtete nach seiner Rückkehr auch an der Barfüßer-Mädchen-Mittelschule. 1837 gründete er die aufsehenerregenden Soireen. 1839 Organist an der Kaufmannskirche; 1842 führte er  vermutlich erstmals in Thüringen - Händels Samson auf. 1843 wurde Ritter Domorganist in Merseburg, wo er die Liedertafel und den Sängerbund an der Saale gründete. 1847 folgte er dem Ruf als Domorganist nach Magdeburg, wo er 1845 zum kgl. MD ernannt wurde.
     
    Die Rödiger - (Herrmann) - Familie
     
Rödiger, Johann August    * am 28. März 1743 in Sondershausen
unbekannt
 Fürstlicher Kammermusikus in Sondershausen; Großvater der Ehefrau von Gottfried Herrmann.
 Kompositionen?
     
Rödiger, Johann Christoph   * 1704 in Bischleben
am 06. März 1765 in Sondershausen
 Fürstlicher Kammermusikus in Sondershausen; Urgroßvater der Ehefrau von Gottfried Herrmann.
 Kompositionen ?
     
Römer, Johann Georg   * ca. 1742 in Gräfenroda ?
1803 in Wolfenbüttel
Schüler von Joh. Peter Kellner in Gräfenroda. Später ist Römer als Organist in Wolfenbüttel angestellt. Kompositionen dürfen vermutet werden.
     
Römhild, Johann Caspar   * 1732  (Ort unbekannt, jedoch vermutlich in Thüringen)
1816 in Parchim ?
Eine Verwandtschaft zu Johann Theodor ist bis heute nicht belegbar. Johann Caspar besuchte das Gymnasium in Braunschweig und die Univ. in Helmstedt und war, wie Bach, Chorpräfekt in Lüneburg. Danach wurde er Kantor in Lauenburg. Von 1776-95 wirkte er als Domorganist in Güstrow, ab 1804 in Parchim. Neben seiner Tätigkeit als Komponist war er auch als Veranstalter von großen Abonnements-Oratorienkonzerten bekannt.
     
Römhild, Johann Theodor   * am 23. Sept. 1684 in Salzungen
am 26. Okt. 1756 in Merseburg
Als Sohn eines Predigers, dem das Schreiben von Opern für Meiningen und Eisenberg nachgesagt wurde (was jedoch nicht belegbar ist),  erhielt er seinen ersten Musikunterricht bei Johann Jacob Bach in Ruhla. Als Thomaner (zeitgleich mit Graupner und Heinichen) war er Schüler von Schelle und Kuhnau. Ab 1705 studierte er an der Universität Leipzig und erhielt 1708 die Kantorenstelle in Spremberg, wo er 1714 zum Rektor und Kapelldirektor aufrückte.
1715 wurde er als MD und Kantor nach Freystadt / Schlesien berufen, kehrte aber 1726 als Hofkapellmeister des Herzogs Heinrich nach Spremberg zurück. Als Heinrich 1731 Herzog von Sachsen-Merseburg wurde, bestallte er Römhild zu seinem Hofkapellmeister. Nach dem Tode Heinrichs (1735) erlosch das Herzogtum und somit auch Römhilds Amt. Von da an bis zu seinem Tode hatte er das Amt des Merseburger Domorganisten inne.
     
Romberg, Andreas Jacob    * am 27. Apr. 1767 in Vechta
am 10. Nov. 1821 in Gotha
Die Rombergs sind eine weitverzweigte Musikerfamilie. Andreas Jacob wurde in Münster von seinem Vater zum Geiger herangebildet. Als Siebenjähriger debütierte er mit seinem Vetter Bernhard (Vc.) höchst erfolgreich, worauf die beiden Väter unverzüglich mit den Söhnen auf Konzertreisen gingen, auf der sie fälschlicherweise als die „jüngeren Brüder Romberg“ auftraten. 1790 erhielten beide eine Anstellung in der Bonner Hofkapelle, wo sie mit Beethoven zusammentrafen und Haydn vorgestellt wurden.  Vor dem Einrücken der Franzosen wichen sie nach Hamburg aus und wurden Mitglieder des Opernorchesters. 1795 unternahmen beide eine Reise nach Italien und wurden auf der Rückreise in Wien von Haydn betreut. Beethoven konzertierte mit ihnen. 1797-99 wirkten sie wieder in Hamburg, danach trennten sich ihre Wege. Andreas versucht vergeblich in Paris Fuß zu fassen, kam aber von 1802-15 wiederum in Hamburg als Komponist und Dirigent zu höchstem Ansehen.  1815 übernahm er die Nachfolge Spohrs als Hof-Kapellmeister in Gotha. Als er dort 1821 starb, hinterließ er seine Familie in Armut.
     
Rose, ?   * unbekannt
unbekannt
Als Stadtmusikus in Eisenach benannt; Schüler Spohrs; gründete 1827 ein städtisches Orchester. Eine Verbindung zur nachstehenden Rose-Familie konnte bisher nicht belegt werden.
     
    Die Rose - Familie
     
Rose, Friedrich Samuel    * 1754 in Quedlinburg
unbekannt
Jüngerer Sohn von Johann Georg Rose (Plauer Linie). Friedrich Samuel wurde Kammermusikus bei Herzog Peter von Kurland.
     
Rose, Johann Christian   * unbekannt (um 1720 ?)
in Trasdorf ?
Schulhalter in Trasdorf.   (Trasdorfer Linie)
     
Rose, Johann David   * am30. Juli 1784 in Quedlinburg
am 14. März 1852 in Quedlinburg
Sohn des Johann Heinrich (II) - (Trasdorfer Linie). Johann David wirkte als Musikdirektor in Quedlinburg auf volkstümlich-breiter Basis. Im Rahmen der 1759 entstandenen Musikgesellschaft und der von ihm 1828 gegründeten Liedertafel veranstaltete er große Musikfeste(1832,1838), führte 1825 die Konzerte im Brühl (ein Park) ein und starb kurz vor dem von ihm vorbereiteten großen Musikfest in Ballenstedt (1852), an dem auch Franz Liszt teilnahm.
     
Rose, Johann Georg   * um 1710 in Plaue bei Arnstadt
1780 in Quedlinburg
Seit 1740 durch Einheirat Stadtmusikus in Quedlinburg.    (Plauer Linie)
     
Rose, Johann Heinrich (I)   * am 07. Dez. 1743 in Quedlinburg
am 09. Mai 1820 in Quedlinburg
Älterer Sohn von Johann Georg Rose (Plauer Linie). Durch die Förderung der Prinzessin Amalie von Preußen erhielt er zwischen 1756 und 1763 Unterricht im Violoncello-Spiel bei J. Mara und Marcus Heinrich Grau(e)l. In den Jahren 1763-67 war er Kammermusikus und Organist am Ballenstedter Hofe. Nach einigen Reisen wirkte er bis 1772 bei der Kammermusik in Dessau und von da an bis zu seinem Tode als Organist und später auch als Musikdirektor an der Marktkirche St. Benedikt in Quedlinburg. Als Virtuose und Cellolehrer war er sehr gesucht und angesehen.
     
Rose, Johann Heinrich (II)    * um 1750 (eher später) in Trasdorf ?
am 31. Aug. 1844 in Quedlinburg ?
Sohn des Johann Christian Rose (Trasdorfer Linie). Als Nachfolger seines „Vetters“ (vermutl. Johann Georg). Ab etwa 1780 als Stadtmusikus in Quedlinburg benannt.
     
Rosenbusch, Johann Conrad   * unbekannt
unbekannt
Als Schüler von Christian Friedrich Witt (ca. 1660-1716) in Gotha erwähnt.
     
Rosenmüller, Johann   * um 1619 in Oelsnitz /Vogtl.
am 10. Sept. 1684 in Wolfenbüttel
Nach dem Besuch der Lateinschule in seiner Heimatstadt wird er 1640 an der Universität in Leipzig immatrikuliert. 1642 als Collaborator an der Thomasschule erwähnt, rückt er dort 1649 zum Baccalaureus funerum auf.  Seit 1651 wirkte er auch als Organist an der Nicolaikirche. Auf Grund seines erfolgreichen Wirkens erteilte ihm der Rat der Stadt 1653 die Expectanz auf die Nachfolge im Thomaskantorat.  1654 wurde er MD in absentia am Hofe zu Altenburg. Im Frühjahr 1655 musste er Leipzig unter dem Verdacht der Päderastie verlassen. Über einen Aufenthalt in Hamburg  wandte er sich nach Italien und ist spätestens 1660 in Venedig ansässig.  Von hier aus hat er nachweislich u. a. die Weimarer Hofkapelle mit eigenen und italienischen Werken beliefert.  1672/73 unterrichtete er  J. Ph. Krieger auf seiner Italienreise und führte durchreisenden deutschen Fürsten seine Instrumentalwerke vor.  Diesem Umstand verdankte er es offenbar, dass ihn Herzog Anton Ulrich von Braunschweig-Wolfen-büttel 1674 zum Kapellmeister berief.
     
Rosthius (Rosth), Nikolaus   * um 1542 in Weimar  ? (nach Löbe)
am 22. Nov. 1622 in Kosma bei Altenburg
Er soll die Altenburger Lateinschule besucht und in Jena studiert haben. Spätestens ab 1560 gehörte er der Altenburger Stadtkantorei an. Seinem Kapelldirektor folgte er 1563 nach Schwerin, kehrte aber bereits ein Jahr später nach Altenburg zurück.  Der Aufenthalt der nachfolgenden Jahre ist nicht eindeutig geklärt. 1578-79 ist er an der Landschaftsschule in Linz nachweisbar. Um 1685, dem Erscheinungsjahr seiner Frölichen newen teutschen Gesäng, ist er in kurpfälzischen Diensten zu Heidelberg, um 1590 wirkte er beim Grafen von Erbach. Ab 1593 erscheint er wieder als fürstl. sächs. Kapellmeister in Altenburg. 1602 erhielt er, nach mehrfachem Bemühen, eine Pfarrstelle in Kosma.
„30 newe liebliche Gaillarden mit schönen lustigen Texten und mit vier St.“, Jena 1594
     
Roth, Herbert   * am 14. Dez. 1928 in Suhl
am 17. Okt. 1983 in Suhl
     
Roth, Wilhelm August Traugott   * 1720 „in der Nähe von Erfurt“
  am 20. Apr. 1765 in Halle / Saale
Erste musikalische Studien betrieb er bei Jakob Adlung in Erfurt, danach bei Johann Gottfried Walther in Weimar.
Anschließend studierte er Theologie und Philosophie in Halle, ging 1754 als Musiklehrer nach Berlin und war gleichzeitig musikalischer Mitarbeiter der Wochenzeitschrift Der Freund. 1758 wurde er Organist an der St. Petri-Kirche. Daneben vertiefte er weiterhin seine musikalischen Kenntnisse u. a. bei C. H. Graun und C. Ph. E. Bach. Da er in Halle noch einen guten Ruf hatte, erhielt er in der Nachfolge von W. Fr. Bach ohne Probespiel die Organistenstelle an der Marktkirche. Sein schlechter Gesundheitszustand ließ ihm jedoch nur noch ein Schaffensjahr.
     
Rothe, Joh. A.   * unbekannt
unbekannt
Als Schüler von Johann Gottfried Walther (1684-1748) in Weimar benannt.
     
Ruppe, Christian Friedrich   * am 22. Aug. 1753 in Salzungen
am 25. Mai 1826 in Leiden
Sohn eines Hutmachers, der in „Wilprechtsrode“ (Wildprechtroda b. Bad Salzungen) den Organistendienst versah. Sein jüngerer Bruder Friedrich Christian war Meininger Kammermusikus.
Über Christian Friedrichs Jugend ist wenig bekannt. Bereits 1772 soll er in Leiden gewesen sein, obwohl eine Immatrikulation an der Universität Leiden erst 1787 verzeichnet ist. 1790 ist er als Organist der Luth. Kirche bezeugt und wurde noch im gleichen Jahr zum Kapellmeister der Universität ernannt, 1816 zusätzlich zum Lektor der Tonkunst.
     
Ruppe, Friedrich Christian   * 1755 (oder später) in Salzungen ?
in Meiningen ?
Als Kammermusikus in Meiningen genannt.
     
Rupsch, Conrad
(Rupzsch, Rupff, Ruppich)
  * um 1475 in Kahla
Mitte Juli 1530 in Torgau
Vermutlich gehörte er schon vor 1500 der kursächs. Hofkapelle an. (Zur damaligen Zeit lag die Kurfürstenwürde in der Ernestinischen Linie der Wettiner.) 1505 wurde Rupsch Priester und erhielt ein Pfarrlehen in Kahla. Der Zeitpunkt seiner Ernennung zum Hofkapellmeister (Altenburg-Weimar) ist nicht bekannt, jedoch ist belegt, dass er als solcher 1517 Johann Walter – ebenfalls aus Kahla – zum Bassisten der Hofkapelle berief. Verschiedene Schriftstücke belegen seine Fürsorglichkeit für die ihm Untergebenen. Bereits vor der Auflösung der Kapelle durch Johann den Beständigen im Jahre 1526 hatte Rupsch, offenbar wegen der schlechten Besetzung der Kapelle, um Entlassung gebeten.